„Mobbing ist die häufigste Gewaltform an deutschen Schulen“ (M. Jannan)
Mobbing ist in der Wahrnehmung vieler Menschen eher ein untergeordnetes Problem, das in ihren Auswirkungen auf die Betroffenen häufig unterschätzt wird.
Diesen fällt es oft schwer, sich Erwachsenen anzuvertrauen, da ihre Lage häufig verharmlost und falsch eingeschätzt wird. Häufig beginnt der Leidensprozess
schleichend mit „harmlosen“ Neckereien, die sich zu verbalen und psychischen Attacken steigern und bei dem „Opfer“ zu großen Ängsten bis hin zum Schulverweigern
führen können.
Um diesem Problem zu begegnen, beschäftigte sich das Kollegium im Schuljahr 2010/11 in Form von Fortbildungen auf verschiedenen Ebenen mit dieser Thematik.
Mehrere Kolleginnen ließen sich zur Mobbing-Beraterin (nach dem Konzept von Mustafa Jannan) qualifizieren.
Schülerinnen oder Schüler, die sich gemobbt fühlen, wenden sich an eine Lehrperson ihres Vertrauens oder nehmen über die Homepage oder den Notfall-Briefkasten
Kontakt zu den Mobbing-Beraterinnen auf. Es folgt zunächst ein Gespräch mit der betroffenen Person, in dem herausgefiltert wird, ob tatsächlich Mobbing vorliegt
oder ob das Problem anders gelagert ist.
Anschließend erfolgen Gespräche mit den mutmaßlichen Tätern und Mitläufern. Über so genannte „Trainer“ oder „Schutzengel“, die in Absprache mit dem Opfer und der
Klasse benannt werden, erfolgt in dem darauf folgenden Zeitraum eine intensive Beobachtung der am Konflikt Beteiligten. Dadurch wird das bisher erfolgte Mobbing
enttabuisiert und dokumentiert.
Mit diesem Vorgehen lassen sich Mobbingstrukturen häufig unterbinden. Bei gravierenden Verstößen können auch Ordnungsmaßnahmen erfolgen.
Das Vorgehen nach dieser Methode bietet allen Beteiligten Vorteile.
Zunächst einmal haben die betroffenen Schülerinnen und Schüler eine Anlaufstelle, sind mit ihren Problemen nicht allein und erleben Hilfe. Ebenso werden die
beteiligten Klassen für die Thematik sensibilisiert.
Auch die Täter werden in ihren Defiziten erkannt und auch ihnen werden Hilfestellungen geboten, ihre soziale Kompetenz zu entwickeln.
Insgesamt hoffen wir, dadurch das Schulklima nachhaltig zu verbessern.