Diesen Artikel verfasste Peter Otworowski nach einer Veranstaltung
aus der Reihe "Der andere Unterricht" am 2. November 2006

 

Ausbildungsbetriebe und Gerd Bollermann in der Robert-Koch-Realschule:

„Nicht mutlos werden!“

 

Foto von Peter Otworowski 

 

Hans Georg Scholz, Gerd Bollermann, Christian Volmer und Jochen Brinktriene (vorne v. r.)
sprachen mit den Schülerinnen und Schülern der 10c über das Thema Ausbildung.

 

 

„Schule - und was dann?“, das fragen sich viele junge Menschen im Angesicht der klaffenden Lehrstellenlücke. Keine pauschalen Antworten, sondern handfeste Berichte aus der Praxis gab es jetzt für Schülerinnen und Schüler der Robert-Koch-Realschule. Der SPD-Landtagsabgeordnete Gerd Bollermann besuchte mit Vertretern von zwei aktiven Ausbildungsbetrieben die Klasse 10c. Eine wichtige Botschaft für Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind: „Ihr dürft nicht mutlos werden!“

 

Mut gemacht haben die zwei Unterrichtsstunden mit Hans Georg Scholz von der Watermann GmbH & Co. KG sowie Christian Volmer und Jochen Brinktriene von der Tischlerei Volmer den 15- und 16-Jährigen auf jeden Fall. „Die Ausbildungsperspektiven sind doch überraschend gut“, urteilte Viviane Gawlowski (15) nach dem Gespräch, das ihr wie ein „Rundgang durch die Betriebe innerhalb der Schule“ vorkam. Alisha Kontas (16) fand, dass die Gäste „einen guten Einblick in die Berufsbilder“ vermittelten. Und: „Sie haben sehr offen gesprochen“, sagte Jannis Bille (15) im Anschluss an die Veranstaltung.

 

Tatsächlich wurde die aktuelle Situation auf dem Lehrstellenmarkt nicht etwa schön geredet. Der Landespolitiker und die Vertreter der Ausbildungsbetriebe nahmen kein Blatt vor den Mund, um mit den Jugendlichen über erfolgreiches Bewerben zu sprechen. „Die Bewerbung muss gut gestaltet sein, ihr müsst pünktlich zum Vorstellungsgespräch kommen und solltet dabei vernünftig auftreten“, schilderte Hans Georg Scholz, der Prokurist der Watermann GmbH & Co. KG in Hombruch, einige Bespiele. „Neben den schulischen Leistungen sind die Interessen und die Persönlichkeit der Bewerber wichtig“, betonte Christian Volmer, Juniorchef der Tischlerei Volmer in Dortmund. „Wir erwarten von unseren Bewerbern ein freiwilliges Vorpraktikum als Einstieg, um die Eignung zu überprüfen.“ „Arbeiten ohne eine Ausbildung macht nicht viel Sinn“, brach Jochen Brinktriene, Azubi im 3. Lehrjahr bei der Tischlerei Volmer, eine Lanze für Ausbildung im Allgemeinen. Und schließlich: „Jeder ist bei der Berufswahl und Bewerbung selbst für sich verantwortlich“, machte Gerd Bollermann deutlich.

 

Offene Worte, die bei den Schülerinnen und Schülern gut ankamen. „Die Konstellation mit dem Azubi sowie den beiden Chefs und die Moderation durch Gerd Bollermann waren sehr gut“, zeigte sich Jannis Bille mit der inhaltlichen Gestaltung zufrieden. „Es wäre schön, wenn solche Veranstaltungen in den oberen Klassen zur Regel werden würden“, hofft Alisha Kontas nun auf eine Fortsetzung dieser Premiere.

 

Ein Abschlussstatement der Schule?

 

 

Kurzinfo zur Tischlerei Volmer

Als Bau- und Möbeltischlerei im Jahre 1904 gegründet, besteht der Dortmunder Handwerksbetrieb Volmer jetzt 102 Jahre. Mittlerweile wird der Betrieb von der vierten Familien-Generation geführt und setzt damit eine lange Handwerks-Tradition fort. Seit 2001 verfügt die Firma über ein modernes „Ideencenter“ an der Dechenstraße 3 in Dortmund (Nähe Hafen). Ein besonderer Schwerpunkt der Tischlerei ist die Ausbildung junger Menschen zu Tischlergesellen. Regelmäßig werden auch Praktikanten-Plätze angeboten. Zurzeit hat die Tischlerei Volmer 16 Mitarbeiter, davon 2 Auszubildende.

 

 

Kurzinfo zur Firma Watermann

Die Watermann GmbH & Co. KG ist ein renommierter Fachhandel für Schrauben und andere Befestigungssysteme. Das mittelständische Unternehmen wurde im Jahre 1937 gegründet. 1973 folgte der Umzug zur Kieferstraße 42 in Hombruch. Zurzeit hat die Firma 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 6 Auszubildende für den Beruf des/der Groß- und Außenhandelskaufmanns/-frau. Sie verfügt über Niederlassungen in Ungarn und Polen und plant gerade die Gründung einer weiteren Niederlassung in Tschechien oder Rumänien. Waren früher die Kunden zumeist die großen Dortmunder Industrieunternehmen, vertreibt Watermann seine Ware mittlerweile in ganz Deutschland und Europa. Die Firma hat regelmäßig 40 000 Schrauben und andere Befestigungssysteme auf Lager.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:
Peter Otworowski, Telefon & Fax 0231/ 73 62 29,
E-Mail otworowski@aol.com